Waren von A nach B zu transportieren, spielt branchenübergreifend eine Rolle – in Zeiten des boomenden Internet-Geschäfts und der Globalisierung von Märkten mehr denn je. Ob Automobilzulieferer, Arzneimittelhersteller oder Einzelhändler: jedes Unternehmen, das Waren produziert oder vertreibt, muss seine Logistik organisieren. Dabei spielt Asien als Produktionsstandort und vor allem Hong Kong eine zentrale Rolle. Denn Deutschland ist für Hong Kong der wichtigste Handelspartner in Europa und deutsche Unternehmen exportierten zuletzt Waren im Wert von rund 6,6 Mrd. US-Dollar jährlich nach Hong Kong – überwiegend zur Weiterverteilung in Asien, was die Rolle von Hong Kong als asiatischen Umschlagplatz für deutsche Produkte unterstreicht.

Bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft HKTDC am 11. Januar 2018 in Düsseldorf stellten asiatische Logistik-Manager (u.a. von DHL) neueste wirtschaftspolitische Entwicklungen dar und zeigten auf, welche Chancen sich daraus für deutsche Unternehmen ergeben:

  • Greater Bay Area: eine neue Wirtschaftszone mit 11 Großstädten rund um Hong Kong, Ghuangzhou und Macau im Perlflussdelta ist seit dem 01.07.2017 beschlossen. Sie birgt mit insgesamt knapp 68 Mio. Menschen und dank regulatorischer Erleichterungen auch für deutsche Unternehmen erhebliches Wachstumspotenzial.
  • Belt & Road Initiative: durch Wirtschaftsabkommen zwischen etwa 60 Staaten in Europa, Asien und dem Mittleren Osten ist der Transport von Waren zwischen Deutschland (Hamburg und Duisburg) und China über den Straßen- und Schienenweg möglich geworden. Ob dieser zuverlässig und sicher ist, fragt sich indes manch deutsches Unternehmen – warum dies der Fall ist und wie es in der Praxis funktioniert, zeigt ein Beispiel von DHL.
  • Hong Kong ASEAN Freihandelsabkommen: im November 2017 unterzeichnet, profitieren hierdurch auch deutsche Unternehmen von erleichtertem Handel mit südostasiatischen Ländern über Hong Kong.
  • Trends im asiatischen Logistik-Sektor: die Ära der „Re-Industrialisierung“ hat in Asien begonnen und verändert dort derzeit die Logistik mit Implikationen u.a. für Netzwerke im Logistik-Prozess und Supply Chain Management in Echtzeit.

Was diese Entwicklungen beinhalten und wie deutsche Unternehmen aus verschiedensten Branchen (u.a. Handel, Automotive) davon profitieren bzw. die Chancen nutzen können, zeigt dieser Beitrag. Darin finden sich auch Namen und Visitenkarten lokaler Ansprechpartner, zu denen wir gerne den Kontakt herstellen, um Chancen in Geschäft umzusetzen.

Deutschland und Hong Kong als wichtige Handelspartner

Die Veranstaltung von HKTDC führte die Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hong Kong und Deutschland und der Logistik-Branche als solcher vor Augen:

  • Das gesamte bilaterale Handelsvolumen belief sich im Jahr 2017 auf rund 15 Mrd. US-Dollar und legte um 7% zu.
  • Die gesamten Importe aus Deutschland nach Hong Kong betrugen im Jahr 2017 rund 6,6 Mrd. US-Dollar.
  • Der Logistik-Sektor in Hong Kong hat einen Anteil am lokalen Bruttoinlandsprodukt von 22% und repräsentiert 19% des lokalen Arbeitsmarkts.

Welche Vorteile deutsche Unternehmen in Hong Kong haben

Für deutsche Produktions- und Handelsunternehmen ist Hong Kong attraktiv, wenn es um Geschäft in Asien geht:

  • Mehr als 400 deutsche Unternehmen sind in Hong Kong ansässig.
  • Importzölle fallen nur auf Tabak und hochprozentigen Alkohol an.
  • Der Steuersatz beträgt nur 16,5%, die steuerlichen Formalitäten sind überschaubar.
  • Das Rechtssystem ist historisch bedingt angelsächsisch geprägt und bietet einen verlässlichen Eigentumsschutz.
  • Die Repatriierung lokaler Überschüsse aus Hong Kong nach Deutschland funktioniert ohne Restriktionen.
  • Die moderne und über Jahrzehnte gewachsene Infrastruktur (größter Frachtflughafen der Welt mit täglich 1.100 Starts/Landungen und demnächst drei Startbahnen, einem der weltweit größten Seehäfen mit 470 internationalen Zielen und einem ausgebauten Fernstraßen-Netz nach Festlandchina sowie die kurz vor der Eröffnung stehende Mega-Brücke zwischen Hong Kong, Macau und Zhuhai, welche den Lkw-Frachttransfer zwischen den Flughäfen der drei Städte auf maximal eine Stunde verkürzt) bieten interessante Möglichkeiten.

Greater Bay Area eröffnet neue Chancen für deutsche Unternehmen in Südchina

Am 01.07.2017 wurde ein Abkommen unterzeichnet, das 11 chinesische Großtädte im Perlflussdelta zu einem Cluster zusammenfasst und Teil der nationalen Strategie ist, durch Deregulierung und Stärkung des Marktprinzips die Wirtschaft zu fördern – mit folgenden Eckpunkten:

  • In der Greater Bay Area – als Teil des Perlflussdeltas – sind die Städte Hong Kong, Macau, Guangzhou, Shenzhen, Zhuhai, Foshan, Zhongshan, Dongguan, Huizhou, Jiangmen und Zhaoqing zusammengefasst.
  • Die Region ist nach Größe der Bevölkerung und Umfang des Bruttoinlandsprodukts signifikant größer als im Großraum Tokio, Großraum New York und Großraum San Francisco.
  • Verschiedene internationale Großunternehmen wie etwa Lenovo, Huawei und Tencent haben in der Greater Bay Area ihren Hauptsitz.
  • Für deutsche Unternehmen kann die Greater Bay Area eine attraktive Zielregion mit Blick auf Produkte und Services sein und zugleich starkes Potenzial für Kooperationen und Joint Ventures mit dort ansässigen Unternehmen bieten.

Die Greater Bay Area wurde im Rahmen der HKTDC-Konferenz als Vorreiter-Region für die regierungsseitigen Bemühungen zur wirtschaftlichen Reformierung bezeichnet. Bisherige Ineffzienzen beispielsweise im Luftverkehr oder bei den Zahlungssystemen sollen beseitigt werden. Davon dürften Handel und Logistik – auch deutscher Unternehmen – erheblich profitieren.

Belt & Road Initiative ermöglicht schnellen und reibungslosen Warenverkehr

Schon seit dem Jahr 2013 treibt die chinesische Regierung die Initiative „Belt & Road“ voran, mit der ein interkontinentales Infrastruktur-Netz zwischen China und weiteren Ländern Asiens, Europa und dem Mittleren Osten geschaffen werden soll:

  • „Belt“ bezieht sich auf die historische „Seidenstraße“ als Landweg zwischen China durch Zentralasien nach Kontinentaleuropa.
  • „Road“ meint die maritime „Seidenstraße“ als Seeroute, die China mit Europa verbindet und über Häfen in Indien und Afrika bis nach Südostasien reicht.

Wie bei der HKTDC-Konferenz deutlich wurde, fokussiert der deutsche Logistiker DHL auf den Landweg, d.h. auf Schienen- und Straßenverkehr. Es gibt insgesamt fünf Bahnstrecken, die China mit Deutschland, Polen und der Türkei verbinden. Darunter sind die Strecken Shenzhen-Duisburg und Zhengzhou-Hamburg. Die Vorteile gegenüber See- und Luftfracht liegen laut DHL auf der Hand:

  • Schienenverkehr: bis zu 21 Tage schneller als per Seefracht, bis zu 90 Prozent weniger CO2-Ausstoß und bis zu sechsmal günstiger als Luftfracht.
  • Straßenverkehr: Mehr Pünktlichkeit, klare Zeitpläne.

In einer Fallstudie berichtete der CEO Asia-Pacific von DHL über einen deutschen Schuhhersteller, für den eine alternative Logistik-Lösung entwickelt wurde mit Blick auf saisonale Kollektionen, die vom Produktionsstandort Vietnam möglichst preisgünstig in die europäischen Zielmärkte geliefert werden sollten. Da Luftfracht zu teuer und Seefracht zu langsam waren, setze DHL einen Transportprozess von Vietnam zur chinesischen Grenze und von dort zum Eisenbahn-Terminal in Chengdu auf. Von dort wurden die etwa 2.000 unpalettierten Schuhkartons per Bahn pünktlich in die Slowakei verbracht.

Hong Kong ASEAN Freihandelsabkommen erleichtert Geschäft mit Südostasien

Im November 2017 haben der Verband der südostasiatischen Nationen (ASEAN) und die Hong Kong Sonderverwaltungszone (SAR) ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken und die wirtschaftliche Entwicklung beider Regionen zu stimulieren. Es wird am 01.01.2019 in Kraft treten. Das Abkommen betrifft alle Bereiche des Handels, betrifft u.a. Zoll-Erleichterungen und wird den Warenaustausch auch für deutsche Unternehmen erleichtern, die über Hong Kong nach Südostasien liefern.

Trends im asiatischen Logistik-Sektor

Im Rahmen der HKTDC-Konferenz wurde auch hervorgehoben, dass Hong Kong mit einer eigenen Initiative die Re-Industrialisierung angesichts des „Information Trend“, „Market Trend“ und „Technology Trend“ vorantreibt. Dabei stehen Robotik und Smart City im Fokus – was auch für Logistik bedeutsam ist beispielsweise mit Blick auf unbemannte Fahrzeuge oder smart logistics. Der Vernetzung von Logistikprozessen, transparenten Supply Chain Management Prozessen in Echtzeit und vernetzter Kommunikation komme dabei künftig eine große Bedeutung zu.

    1 Kommentar

  1. Bernardbep 2019-11-27 at 2:06 PM

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