Licht hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Produktivität. Wenn Führungskäfte ihre Teams zu Höchstleistungen anspornen möchten, sollten sie sich über die Bedeutung von Arbeitsplatz-Beleuchtung im Klaren sein und dies nicht als technische Nebensächlichkeit abtun. Wie gezieltes Steuern der Lichtverhältnisse den Erfolg von Unternehmen determinieren kann, hat die Fachmesse „Light + Building 2018“ kürzlich gezeigt.

Nach kurzer Asien-Geschäftsreise und einem 13-Stunden-Flug aus Hong Kong steckt die Müdigkeit beim Gang über das Frankfurter Messegelände in den Knochen. Auch der dritte Kaffee hat den Trance-Zustand nicht beseitigen können. Schlaf wäre nun das Richtige. Aber dafür ist keine Zeit, denn in Halle 2 stehen wichtige Meetings an auf dieser Weltmesse für Licht- und Gebäudetechnik.

Bis zum ersten Termin sind es noch 20 Minuten, die sich für ein entspanntes Telefonat im Ohrensessel nutzen lassen – doch es ist nicht irgendein Sessel, der da auf dem Messestand zum Verweilen einlädt: „Willkommen in unserer Lichtdusche“, klärt die Hostess auf und stellt in ihrem iPad das richtige Programm für erkennbar Jetlag-Geschädigte ein. Aus der Markise des Ohrensessels erstrahlt plötzlich kaltweißes LED-Licht und schafft eine wohlige, belebende Umgebung. Nach nur einer Viertelstunde Lichtdusche ist die Stimmung heiter und die Müdigkeit fast verflogen. Auf geht’s zum Termin.

Trend 1: Human-zentrierte Beleuchtung

„Was Sie gerade erlebt haben, nennt sich human centric lighting – ein aktueller Trend in der Beleuchtungstechnik“, erzählt ein Manager von Osram und schildert, dass man den menschlichen Biorhythmus nun auch über Lichtquellen in Fabriken und Büros abbilde:

  • Tagsüber ist Kaltweiß mit starkem Blauanteil empfehlenswert, um Mitarbeiter zu aktivieren und deren Konzentrationsfähigkeit zu steigern.
  • Gegen Abend empfiehlt sich Warmweiß mit erhöhtem Rotanteil, um Entspannung und Erholung zu fördern und den Boden für einen entspannten Schlaf zu bereiten.

Mithilfe digitaler Steuerung lasse sich die Farbtemperatur filigran einstellen. Um eine dynamische, produktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen und Mitarbeiter zu aktivieren, seien individuelle Beleuchtungskonzepte hilfreich. „Wenn ich als Manager die Effizienz meiner Mannschaft steigern will, sollte das Gewerk Licht als Teil der Gebäudeautomation zu den ersten Dingen gehören, um die ich mich kümmere“, lautet die Empfehlung. Bei Osram habe die Vorentwicklung gemeinsam mit Arbeitsmedizinern verschiedene Applikationen erarbeitet. Diese ermöglichen vordefinierte „Szenen“ und damit praktisch einen digitalen Lichtbaukasten, mit dem sich die LED-Beleuchtung am Arbeitsplatz je nach den Anforderungen individuell anpassen lässt.

Trend 2: Big Data durch Lichttechnik

Neben der flexiblen und individuellen Steuerung von Licht ist die Digitalisierung der Lichttechnik ein zweiter wichtiger Trend, den Entscheider kennen und aufgreifen sollten. So lassen sich in in die Leuchten  Sensoren integrieren, die sich durch spezielle Software und digitale Vernetzung nutzen lassen, um große Datenmengen zu generieren und auswertbar zu machen:

  • Auslastung: Lichttechnik bietet die Möglichkeit, mit Präsenzsensoren zu arbeiten und zu messen, wie stark Büros wann ausgelastet sind. Auf Basis der Auswertungen kann beispielsweise die Raumnutzung optimiert werden.
  • Energieverbrauch: die Sensoren ermöglichen es, Präsenz, Temperatur und Luftfeuchtigkeit laufend zu messen und Einsparungen durch gezielte Steuerung zu erzielen.
  • Wartung: mithilfe der Sensoren lässt sich die Temperatur-Bandbreite in Lichtgeräten messen und erkennen, ob die richtigen Komponenten verwendet werden. Weil hohe Temperaturen für Elektronik nachteilig sind, kann durch das Auswechseln von Hardware die Lebensdauer verlängert werden, was die Wartungskosten senkt. Zudem lassen sich baldige Ausfälle von Leuchten vorhersehen und entsprechend in die Wartungsarbeiten einplanen.

Insgesamt hat sich auf der Fachmesse gezeigt, dass die Verknüpfung von Lichttechnik und Gebäudeautomation von zunehmender Bedeutung für Unternehmen sein wird, wenn sie den Wandel der Wirtschaft mit produktiveren Mitarbeitern und energieeffizienten, digitalgestützten Büros gestalten wollen.

Comments are closed.