Räumlichkeiten sind von nicht zu unterschätzender Bedeutung für den unternehmerischen Erfolg. Zwar haben einige sehr erfolgreiche Gründer wie Jeff Bezos in einfachen räumlichen Verhältnissen ihr Geschäft aufgebaut. Aber im Laufe der Zeit braucht es eine Umgebung, die das Team motiviert und kreativ hält. Ob es immer ein Loft sein muss und wie sich Büros – im Konzern oder auch sonst – gründerfreundlich gestalten lassen, berichtet Berthold Scharrer. Der renommierte Frankfurter Architekt berät Großunternehmen mit Blick auf Raumlösungen und architektonisches Design, rekonvertiert Objekte und hat innovative Projekte umgesetzt, die Intrapreneurship fördern.

Im Exklusiv-Interview berichtet Berthold Scharrer aus Sicht eines Architekten, wie Räumlichkeiten für Start-ups idealerweise gestaltet und welche Fehler vermieden werden sollten:

  • Was ist wichtig, damit eine Raumlösung für Start-ups den gewünschten Effekt erzielt?
  • Eignen sich ein cool gestalteter Loft oder Campus abseits der Konzern-Zentrale?
  • Gibt es bestimmte Raumelemente oder Tischanordnungen, die vorteilhaft sind?
  • Wie sollten die Räume angeordnet sein?
  • Sind wechselnde Arbeitsplätze wichtig?
  • Welche Rolle spielen Licht und Farben für die Raumgestaltung?
  • Worauf ist zu achten, wenn Sinnbilder (z.B. Surfbretter, Tischkicker) ins Büro gestellt werden?

Für Details oder Rückfragen zu den Antworten stellen wir unseren Lesern den direkten Kontakt zu Berthold Scharrer her.

Herr Scharrer, manche Konzerne räumen für Start-ups eine Etage frei, stellen ein paar Tische und einen Tischkicker auf. Reicht das in räumlicher Hinsicht aus, um Unternehmertum zu fördern?

Scharrer: Ich finde, es kommt immer auf die Aufgabenstellung an. Architektur leitet sich aus den Anforderungen ab, die gestellt werden. Daraus entwickelt man dann ein Thema. Bei Start-ups sollen die Kosten ja meist niedrig sein und es ist klar, dass dafür ein improvisierter Charakter hilfreich ist. Wichtig finde ich, dass die Raumlösung authentisch ist und zur Aufgabe passt. Ob es sich dabei um ein speziell designtes Loft oder um eine normale Büro-Etage handeln sollte, hängt davon ab, was im Einzelfall erforderlich ist. Inszenierte Lösungen sind jedenfalls fehl am Platze.

Es gibt wenige Branchen, die sich schon so lange und intensiv im Wandel befinden, wie der Verlagssektor: seit etwa 20 Jahren erodieren Zeitungsauflagen, Anzeigenwerbung wird überwiegend im Internet geschaltet und Bücher finden mehr denn je digitalen Absatz. Die tiefgreifenden Veränderungen dieser Branche hat Dr. Olaf Conrad als Manager bei Gruner+Jahr/Bertelsmann und Berater mitgestaltet und begleitet. Heute gehört er der Geschäftsführung der Edel-Verlagsgruppe in Hamburg an und berichtet im Exklusiv-Interview für manage:preneur über seinen Blick auf die Herausforderungen für Verlage. Die Erkenntnisse sind auch für Entscheider aus anderen Branchen interessant, in denen Inhalte und ihre Monetarisierung eine Rolle spielen.

  • Wie reagieren erfolgreiche Verleger auf den Wandel?
  • Was müssen Verlage jetzt mit Priorität tun, um ihre Transformation voranzutreiben?
  • Was kann ein Verlag zur Transformation tun, wenn ihm die Liquidität für Investitionen fehlt?
  • Welche neuen Geschäftsmodelle bzw. Ansätze in der Verlagsbranche halten Sie für besonders erfolgversprechend?
  • Welche Zukunftstrends werden die Verlagsbranche prägen?

Für Details oder Rückfragen zu diesem Interview stellen wir unseren Lesern den persönlichen Kontakt zu Dr. Olaf Conrad her.

Herr Dr. Conrad, welche Bereiche der Verlagsbranche sind derzeit vom Wandel besonders stark betroffen und welche werden künftig verstärkt betroffen sein?

Conrad: Hier müssen wir zuerst die Märkte voneinander abgrenzen: B2B-Verlage, die so genannten Fachinformationsanbieter, sind in den letzten Jahren sehr stark vom Digital Change getroffen worden, konnten aber zum Teil sehr interessante und erfolgreiche Modelle entwickeln. Hier geht es um Daten, Datenbanken, Matching-Plattformen, Wissensmanagement und entsprechende spezifische Services für Unternehmen und Branchen. Weiteres erfolgreiches Ausbaufeld der B2B-Verlage sind Events und Conferences, sie werden damit zum Motor und Getriebe einer Branche. Bei B2C-Verlagen (Buch-, Magazin- und Tageszeitungsverlage) sind das veränderte Mediennutzungsverhalten der Leser und der Wettbewerb durch die großen Digitalplattformen die Treiber des Digital Change. Während die Buchverlage es erfolgreich geschafft haben, ein digitales Erlösmodell zu etablieren und entsprechende Ökosysteme gut funktionieren (Tolino, Kindle), ist die Zukunftsfrage im News Publishing noch weitgehend ungelöst.

Wie reagieren erfolgreiche Verleger auf den Wandel?

Seit einem Jahr arbeitet Rolf Schwirz als Vorstandsvorsitzender bei der börsennotierten FRIWO AG und treibt dort Veränderungsprozesse voran. Im Gespräch mit manage:preneur schildert der vormals u.a. bei Siemens, Oracle und Fujitsu tätige Manager, wie sich Risiken eindämmen und bessere Entscheidungen mit digitaler Unterstützung treffen lassen. Zudem spricht er über die sich verändernde Rolle von Führungskräften und die Bedeutung des persönlichen Austausches im digitalen Umfeld.  

Herr Schwirz, branchenübergreifend werden Produktzyklen kürzer. Wie lässt sich das Investitionsrisiko für Unternehmen eingrenzen? 

Schwirz: Indem man sich bereits bei der Entscheidungsfindung die zugrunde liegende Technologie anschaut und fragt, wo man sie sonst noch einsetzen kann. Alternative Handlungsoptionen zu schaffen, ist entscheidend.

Nun müssen Entscheidungen in einer schnellebigen Umgebung meist kurzfristig getroffen werden. Wie lässt sich dies in größeren Unternehmen realisieren? 

Blockchain – ein Begriff, der aktuell branchenübergreifend für Aufsehen sorgt. Denn dieser neuen Technologie wird Potenzial für massive Umwälzungen nachgesagt, weil sie etablierte Prozessabläufe grundlegend vereinfacht, Intermediäre überflüssig werden lässt und Eigentumsrechte neu definiert. Um dies greifbarer zu machen, beleuchtet manage:preneur in einer Interview-Serie die konkreten Auswirkungen auf verschiedene Branchen – in dieser Ausgabe gehen die Blockchain-Experten Prof. Dr. Philipp Sandner und Constantin Lichti von der Frankfurt School of Finance & Management auf die Chancen für den Automobilsektor ein.

Nach einer Bitkom-Studie aus dem Herbst 2017 ist Blockchain im Automobilsektor weitgehend unbekannt. Gerade einmal ein Drittel der OEM und Zulieferer hat bislang von der Blockchain als Technologie für den Unternehmenseinsatz gehört. Gut jedes vierte Unternehmen sieht bislang auch keine Notwendigkeit, diese Technik zu nutzen. Ist das ein großer Fehler?

Sandner: Beim Thema Blockchain handelt es sich um eine Schlüsseltechnologie, die in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren viel verändern wird. Diese Technologie wird der Reihe nach diverse Branchen beeinflussen, weshalb sich auch Unternehmen aus dem Automobilsektor intensiv damit auseinandersetzen sollten. Entgegen der Bitkom-Studie gibt es auch schon einige Start-ups und ebenso große Konzerne wie Daimler und BMW, die in Pilotprojekten das Anwendungspotenzial der Blockchain-Technologie untersuchen. Das Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) erarbeitet zudem mit Industriepartnern, KMUs und Start-ups auch aus der Automobilbranche Prototypen für die Anwendung Blockchain-basierter Geschäftsmodelle.

In welchen Bereichen von Automotive sehen Sie konkrete Ansatzpunkte für Blockchain?

Die Energiebranche befindet sich im Umbruch. Immer mehr Verbraucher erzeugen ihren eigenen Solarstrom und wollen ihn selbst vermarkten. Zugleich wächst die neu installierte Leistung jedes Jahr massiv, weil die Preise für Solarstrom aus Photovoltaik kontinuierlich sinken. Was dies für die klassischen Energieversorger bedeutet und wie sie ihre Transformation mithilfe digitaler Lösungen aktiv gestalten können, schildert Dr. Jürgen Reinert, Vorstandsmitglied (CTO/COO) der börsennotierten SMA Solar Technology AG exklusiv für manage:preneur.

Herr Dr. Reinert, inwiefern befindet sich der Energiemarkt derzeit im Wandel?

Reinert: Wir sehen eine zunehmende Dezentralisierung – Consumer werden zu Prosumern, das heißt immer mehr Stromverbraucher erzeugen ihren eigenen Strom und werden sich künftig untereinander stärker vernetzen. Das eröffnet neue Möglichkeiten auch mit Blick auf Blockchain Technologien. Zugleich ist Strom aus Photovoltaik-Anlagen gerade in Sonnenregionen der Welt mittlerweile so kostengünstig wie keine andere Energieart. Denn jedes Jahr kommen derzeit global etwa 100 Gigawatt neu installierte Leistung hinzu – das entspricht der Leistung von etwa 100 konventionellen Kraftwerken. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass sich die jährlich neu installierte Leistung in den nächsten 20 Jahren verzehnfacht.

Woran liegt dieses starke Wachstum?

Blockchain – ein Begriff, der aktuell branchenübergreifend für Aufsehen sorgt. Denn dieser neuen Technologie wird Potenzial für massive Umwälzungen nachgesagt, weil sie etablierte Prozessabläufe grundlegend vereinfacht, Intermediäre überflüssig werden lässt und Eigentumsrechte neu definiert. Um dies greifbarer zu machen, beleuchtet manage:preneur in einer Interview-Serie mit Blockchain-Experte Prof. Dr. Philipp Sandner die konkreten Auswirkungen auf verschiedene Branchen – den Auftakt macht ein Blick auf Blockchain im Finanzsektor.

Herr Professor Sandner, der Startpunkt für Blockchain ist die Finanzbranche gewesen. Bitcoin bzw. virtuelle Währungen sind ja derzeit stark im öffentlichen Fokus. Wie genau funktioniert die Technologie in diesem Bereich?

Sandner: Zunächst einmal muss man wissen, dass die Blockchain-Technologie nur zufällig im Finanzumfeld ihren Beginn genommen hat und mittlerweile technisch so weit ist, dass sie prinzipiell in allen Branchen zum Einsatz kommen kann. Mit Blick auf die Funktionsweise lässt sich unterscheiden zwischen Enterprise Blockchain und Public Blockchain.

Was passiert bei einer Enterprise Blockchain?

Sandner: Hierbei handelt es sich um eine Blockchain, die von Unternehmen – beispielsweise von einer Bank – in einem geschlossenen Umfeld genutzt wird. Das Unternehmen hat den vollen Zugriff auf das System, kann die Regeln bestimmen und es jederzeit abschalten. Zudem lassen sich die Teilnehmer des Systems identifizieren. Eine Enterprise Blockchain lässt sich zum Beispiel für den Wertpapierhandel, für die Abwicklung von Schuldscheindarlehen oder für die Verwaltung von Grundbüchern einsetzen.

Und was geschieht im Gegensatz dazu bei einer Public Blockchain?

Sobald ein Unternehmen mit Kunden oder Lieferanten aus verschiedenen Währungsräumen zusammenarbeitet, entstehen Wechselkursrisiken. Je nach Größenordnung können sich daraus erhebliche Folgen für die Profitabilität des Unternehmens ergeben. Warum dieses Thema gerade auch Vertriebs- und Einkaufsmanager auf dem Schirm haben sollten, erläutert Andreas Karthaus. Der ehemalige Investmentbanker (Deutsche Bank, Dresdner Kleinwort, Merrill Lynch) ist einer der europaweit führenden Experten für Fremdwährungsrisiken und schildert exklusiv für manage:preneur, wie Unternehmen ihre finanziellen Risikopositionen im Zeichen des Wandels der Wirtschaft gezielt steuern können.

Herr Karthaus, wie wichtig ist es für ein mittelständisches Unternehmen, dass Vertrieb und Einkauf ein Gefühl für den Einfluss von Wechselkursrisiken auf das Geschäftsergebnis haben?

Karthaus: Sehr wichtig – denn Verträge und Nebenabreden mit Kunden und Lieferanten sind der Finanzabteilung in der Regel nicht bekannt. Meist wissen nur die Einkäufer bzw. Vertriebler, wie die Konditionen aussehen. Deshalb sollten sie entsprechende Sensibilität vor allem für Wechselkursrisiken haben, um informierte Entscheidungen treffen zu können. Das gilt nicht nur für Großunternehmen, sondern auch für Mittelständler, die in den letzten Jahren organisch oder durch Akquisitionen stark gewachsen sind.

Wie lässt sich außerhalb der Finanzabteilung die Sensibilität für Wechselkursrisiken steigern?

Karthaus: Interne Schulungen sind dafür hilfreich, wie ich bei Kunden immer wieder feststelle. Man kann Vertrieblern anhand von Praxisbeispielen sehr anschaulich zeigen, dass die in der Mittelfristplanung vorgegebene Mindestmarge schnell zusammenschnurrt, wenn der US-Dollar gegenüber dem Euro zwischen Auftragsannahme und Zahlungseingang schwächer wird.

Worauf kommt es nach Ihrer Erfahrung noch an, wenn man Währungsrisiken aktiv managen will?

Weil Online-Shopping für viele Menschen zur Normalität gehört, befindet sich die Logistik-Branche in einem tiefgreifenden Wandel. Waren vor 20 Jahren noch große Zentrallager wichtig, sind heute dezentrale Läger und kurze Lieferzeiten entscheidend. Wie Logistiker und Unternehmen die damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich bewältigen können, schildert Rainer Buchmann exklusiv für manage:preneur. Der Logistik-Experte war viele Jahre im Top-Management von Dematic und SSI Schäfer tätig und arbeitet nun als selbstständiger Berater.

Im Interview geht Rainer Buchmann unter anderem auf folgende Aspekte ein:

  • Welcher Trend führt dazu, dass Logistiker andere Strukturen aufbauen müssen?
  • Wie sollten diese Strukturen konkret aussehen?
  • Welche erfolgreichen Praxisbeispiele gibt es??
  • Wie sehen neuartige Produktionsansätze aus, die Logistiker strategisch für sich nutzen können?
  • Was kann ein Logistiker zur Transformation tun, wenn die Liquidität für große Investitionen fehlt?

Herr Buchmann, welche Bereiche der Logistik sind derzeit vom Wandel besonders stark betroffen?

Buchmann: Der Wandel der Logistikbranche betrifft vor allem E-Commerce. Wir erleben seit 20 Jahren eine erhebliche Veränderung in unserem Kaufverhalten. Getrieben durch Komfort und Ladenschlusszeiten wird mittlerweile fast alles von der Brille bis zur Kleidung online bequem vom Sofa bestellt. Gleiches gilt für Musik: früher wühlte man in Plattenläden, kaufte später CDs und lud sich daraufhin Songs herunter – heute wird Musik gestreamed. Der Markt hat sich also komplett dematerialisiert und die dahinter stehende Logistik eliminiert.

Aber nicht alles lässt sich dematerialisieren…

Buchmann: Klar – bei manchen Produkten wie Nahrungsmitteln oder Kleidung geht das nicht. Aber auch dort zeichnen sich schon jetzt starke Veränderungen ab, zu denen ich nachher noch komme. Insgesamt hat die starke Verlagerung von Einkäufen ins Internet dazu geführt, dass etwa 40 bis 50 Prozent der Ware im Distanzhandel abgesetzt werden. Auf die Logistik hat sich das so ausgewirkt, dass sich die Sortierkapazitäten in den letzten fünf Jahren verdreifacht haben, auch wenn die Menge der Waren dabei nicht größer geworden ist. Früher wurde eine Palette als Nachschub in eine Filiale gebracht – heute geht die gleiche Ware in Form von 100 Kartons an den Endverbraucher direkt. Das fordert andere Logistikstrukturen.

Wie ist denn das zu erklären?